Über uns 2016-12-20T13:47:31+00:00

Das „Antifaschistische Dokumentations- und Informationszentrum Baden-Württemberg“ (adiz) ist 2016 entstanden. Einer der Ausgangspunkte war die gemeinsame Beschäftigung mit der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), die auch im Südwesten einen ihrer Morde beging und ihre Netzwerke pflegte. Dabei wurde deutlich, dass sich die antifaschistische Aufklärungsarbeit jenseits staatlicher Institutionen in Baden-Württemberg in den Händen weniger Einzelpersonen und kleiner Gruppen befand. Einen Ort, an dem das Wissen gesammelt, ausgetauscht, bewahrt und für andere Menschen zugänglich gemacht wird, gibt es im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern bisher nicht.
Mit der Gründung des adiz versuchen wir nun, einen solchen Ort zu schaffen und Stück für Stück und ohne Alleinvertretungsanspruch den vorhandenen Strukturen und Initiativen eine weitere Facette hinzuzufügen.

Wir recherchieren und publizieren eigenständig zum gesamten Spektrum der extremen Rechten im Land Baden-Württemberg und versuchen, die Aufklärung über deren Strukturen, Protagonisten und Ideologien aktiv mitzugestalten. Um die Entwicklung von Neonazigruppen, faschistischen Parteien, rechtspopulistischen Organisationen oder antifeministischen Zirkeln nachvollziehen und ihre Relevanz einschätzen zu können, sammeln und archivieren wir Material von und über diese Akteure. Dabei nehmen wir allerdings eine klare Haltung ein. Es geht uns nicht um ein reines Zusammentragen von Informationen. Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen wollen wir uns auch einmischen und Antworten finden auf die Frage, wie wir den zunehmend erstarkenden extrem rechten Kräften etwas entgegensetzen können. Wir sind dabei keiner bestimmten Strömung oder Tradition verpflichtet. Im Gegenteil haben wir unterschiedliche politische Hintergründe und gehören verschiedenen Generationen an. In dieser Pluralität sehen wir eine Stärke. Denn eines ist klar: Der Kampf gegen Rassismus und reaktionäres Gedankengut wird einen langen Atem brauchen. Deshalb ziehen wir gemeinsam und solidarisch an einem Strang.